Führerschein soll europäischer und preiswerter werden

Veröffentlicht am 21.05.2026 in Verkehr

Ein Pkw-Führerschein (Klasse B) kostet heute im Schnitt 3.400 Euro. Zu hoch, meint auch der Gesetzgeber: Eine Kombination aus Digitalisierung, Bürokratie-Rückbau und mehr Transparenz sollen die Kosten deutlich senken. Die Verkehrssicherheit sei oberstes Gebot, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Die Regelungen sollen Anfang 2027 in Kraft treten. Zur Reform der Ausbildung in den Fahrschulen:

Theorie

In der theoretischen Fahrausbildung wird das notwendige Wissen vermittelt, um am Straßenverkehr sicher teilnehmen zu können. Die Anforderungen an die Verkehrsteilnehmer (m/w/d) sind hoch; deshalb muss auch das zu vermittelnde Wissen gleich bleiben.

Die Lernmethoden sollen moderner werden. Jede Fahrschule soll über die Lernmethoden frei entscheiden.

  • Digitalisierung: Die Pflicht zum Präsenzunterricht wird abgeschafft. Was in anderen Bereichen längst üblich: Der Fahrschüler soll sich das Wissen um Verkehrsregeln und Kfz z. B. per App selbst aneignen dürfen. Die Fahrschulen können entscheiden, ob und in welcher Form sie den Theorieunterricht anbieten. Simulatoren werden in den Fahrschulen bereits jetzt eingesetzt und helfen, die Fahrschüler mit einem Fahrzeug und Verkehrssituationen vertraut zu machen.  

  • Bürokratieabbau: Fahrschulen müssen auch keine Schulungsräume mehr bereithalten. Damit entfallen Kontrollpflichten der Länder, weil sie z. B. die Einhaltung der Vorgaben für Schulungsräume nicht mehr kontrollieren müssen.

  • Prüfungsfragen: Der Fragenkatalog für die theoretische Fahrprüfung enthält derzeit über 1.100 Fragen. Rund ein Drittel sollen wegfallen. Eine Reduzierung auf europäische Richtlinien im Einklang und praxisnahe, verständliche Fragen ist Ziel.

Praxis

Die praktische Fahrausbildung soll künftig dem Europa-Standard entsprechen.

  • Aktuell sind in Deutschland beim Pkw- und Motorrad-Führerschein 12 Sonderfahrten gesetzlich festgelegt (5 Überland-, 4 Autobahn- und 3 Dunkelheitsfahrten, a 45 Minuten). Künftig wird es keine Vorgaben mehr über die Anzahl geben. Damit orientiert sich Deutschland am EU-Recht. Künftig wird nur noch geregelt, dass Fahrten über Land, auf der Autobahn und bei Dunkelheit durchzuführen sind. Wie viele Stunden erforderlich sind, hängt von den Fähigkeiten des Fahrschülers und der Einschätzung der Fahrlehrer ab.

  • Fahrprüfung: Die reine Fahrzeit in der praktischen Prüfung soll an die europäischen Mindestvorgaben (25 Minuten) angepasst werden.

  • Bürokratieabbau: Die Dokumentationspflicht für Fahrschulen soll deutlich reduziert werden. Die Fortbildungsangebote für Fahrlehrer sollen ebenfalls digitalisiert und einfacher gestaltet werden.

  • Fahrpraxis mit Eltern: Fahrschüler dürfen künftig unter der Anleitung von nahestehenden Personen, z. B. den Eltern, Fahrpraxis auf öffentlichen Straßen erwerben dürfen. Diese Fahrpraxis unter Anleitung ergänzt die praktische Ausbildung in der Fahrschule. Voraussetzung ist das Bestehen der Theorieprüfung.

Kosten

Die Kosten für die Fahrausbildung setzen sich u. a. aus Grundgebühr, Kosten für Lernmaterial, Prüfungsvorstellung, Kosten für Fahrstunden und Sonderfahrten zusammen. Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen sollen künftig online in der Mobilithek, der zentralen Datenbank für Mobilitätsdaten, veröffentlicht werden. Verbraucher- und Vergleichsportale können diese Daten nutzen und verbrauchergerecht online aufbereiten.

 
 

Für Sie im Landtag

Jörg Vogelsänger

Wahlkreis 31: Märkisch-Oderland I/ Oder-Spree IV

Ludwig Scheetz

Wahlkreis 27: Dahme-Spreewald II/
Oder-Spree I

LOS SPD bei Facebook!

Besuche unsere Seite auf Facebook!

Newsticker

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:670501
Heute:525
Online:3