Münterfering auf der Burg Storkow

Veröffentlicht am 27.05.2011 in Allgemein

Prominente Politiker sind häufig gar nicht so weit weg, die manche behaupten. Franz Müntefering berichtete hautnah auf der Burg Storkow über seinen Weg zur Sozialdemokratie und seine Karriere. Manfred Stolpe, Frank Walter Steinmeier und Matthias Platzeck waren schon da!

Am liebsten spielte er in seiner Jugend Fußball. Den Vater sah er zum ersten Mal mit sieben. Den Weg zur Sozialdemokratie fand er im katholischen Sauerland über die Gewerkschaften. Was aber über seine Biografie, die es jetzt auch als Buch gibt, hinausging, waren die Schilderungen aus der sozialdemokratischen Politik der letzten 20 Jahren. Er erinnerte eindringlich daran: Der Kniefall Willy Brandts in Warschau, stiess damals in der alten Bundesrepublik auf wütenden Protest der Konservativen. "Bundeskanzler Helmut Kohl hat damals recht getan, als er bei der Wiedervereinigung schnell handelte," berichtete Franz Münterfering. "Im übrigen haben die Bürger der damaligen DDR das System gestürzt Das war allein ihr Verdienst!" Müntefering wirkt angespannt, wenn er nach Oskar Lafontaine gefragt. Ich habe mit ihm seit seinem Rückritt als Finanzminister nicht mehr gesprochen. Er war damals einfach weg. "Ich weiß nicht, was ihn zu diesem Schritt bewegt hat". Auf Mutmaßungen lässt er sich nur vorsichtig ein. Lafontaine hat 1997 zugunsten von Gerhard Schröder auf die Kanzlerkandidatur verzichtet. Nach dessen Erfolg habe Lafontaine verbittert bemerkt, die SPD hätte auch mit ihm gewinnen können. Obwohl man ihm ein Finanzministerium der Superlative geschaffen habe, sei er enttäuscht gewesen. Schließlich habe ein Kanzler im Kabinett letztlich das Sagen. Münteferings Einstellung zum einstigen Weggefährten und heutigen Übervater der Linken: "Oscar ist auf alle Fälle die größte Ich-AG Deutschlands". Die heute viel gescholtene Agenda 2010 eines Bundeskanzlers Gerhard Schröder sei damals im Bundestag auf Jubel und Begeisterung gestoßen. Das solle man nicht vergessen. Die Koalition von Sozialdemokratie und Grünen habe vieles nachholen müssen, was unter der Ära Kohl hinaus geschoben sei (es ist zu befürchten, dass eine Regierung in der Nachära Merkel ähnliches bevorsteht - Kommentar der Redaktion). Fast anderthalb Stunden berichtete Franz Münterfering über sein Leben und seine Beobachtungen in der Politik. Klaus Ness (SPD Generalsekretär, Brandenburg) moderierte.

 
 

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