Sprachkitas im Wahlkreis 63 (LOS FFO)

Veröffentlicht am 16.12.2022 in Bildung

Das Land Brandenburg wird die Sprachförderung in Kitas nach dem Auslaufen des Bundesprogramms am 30. Juni 2023 aus eigenen Mitteln fortsetzen.

Sprache entdecken und lernen in der Kita bedeutet: Qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher lesen den Kindern vor, lassen sie erzählen, singen und reimen mit ihnen, machen Wortspiele. Sprachliche Bildung ist eine Kernaufgabe der Kindertagesbetreuung und eine bedeutende Säule im Kita-Alltag. Sprachmelodie, Grammatik sowie Wortschatz werden bewusst gewählt und förderlich modelliert, um dem Kind das Erkennen der lernenden sprachlichen Einheiten zu erleichtern. (Der Beitrag wurde ergänzt), die Redaktion)

Das Land unterstützt die Brandenburger Kitas zum Beispiel mit Fachmaterialien, Fortbildungs- und Praxishilfen sowie über das Landesprogramm Sprachberatung. Aus dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“, das am 30. Juni 2023 ausläuft, wurden bislang mehr als 200 Kitas in Brandenburg bei der alltagsintegrierten Sprachförderung unterstützt. Finanziert wurde es jährlich mit 6,3 Millionen Euro aus Bundesmitteln und rund 700.000 Euro als Landesanteil. Künftig wird das Land Brandenburg diese Sprachförderung komplett aus eigenen Mitteln weiterführen.

Diese Einrichtungen im Wahlkreis 063 (Frankfurt (Oder) | Oder-Spree) profitieren von einer Förderung:

Erkner: DRK Integrationskita "Knirpsenhausen"

Storkow: DRK- Kita "Storkower Strolche"

Beeskow: Integrationskindertagesstätte "Biene Maja"

Fürstenwalde: Integrationskita "Sputnik" und die Kita "Regenbogen"

Eisenhüttenstadt: "Kinderland", ASB Kita "Haus der fröhlichen Kinder", Kita "Spatzenhaus" und die Kita "Haus am Teich"

Frankfurt (Oder): Kita "Spatzenhaus", Kita "Bambi", "Kinderhaus am Südring", Kita "Kunterbunt", Kita "Kinderland am Park", Kita "Am Sonnensteig", Kita "Regenbogen" und die Integrationskindertagesstätte "Hilde Coppi"

Für diese Häuser können die frühkindliche Sprachförderung fortführen. Die Arbeitsplätze der mit der Sprachförderung betrauten Betreuerinnen und Erzieher sind gesichert. 

Stimmen

Kinder- und Jugendministerin Britta Ernst: „Die Sprachförderung in Brandenburger Kitas hat einen großen Stellenwert. Und sie wird immer wichtiger. Sprachliche Bildung im Kita-Alltag ist ein entscheidender Bestandteil der frühkindlichen Bildung und trägt zu einem guten Start in die Schule bei. Natürlich sind wir nicht glücklich darüber, dass das Bundesprogramm zur Sprachförderung nur noch bis Ende Juni 2023 laufen soll. Wir werden daher mit einem eigenen Landesprogramm das klare Signal an Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher sowie die Kita-Träger senden, dass wir die bisherige Sprachförderung des Bundes fortführen werden.“

Finanzministerin Katrin Lange: „Ich sehe die klare Notwendigkeit, dieses erfolgreiche Programm fortzusetzen, auch wenn dafür eigene Mittel in Anspruch genommen werden müssen. Umgekehrt wäre nämlich niemandem zu erklären, warum ein solches dringend benötigtes Programm Mitte 2023 auslaufen sollte. Meine Meinung ist: Kinder haben gerade in den letzten zwei Jahren im Zuge der Corona-Pandemie schon genug mitmachen müssen. Jetzt noch ab dem nächsten Jahr an der Sprachförderung zu sparen, weil das Bundesprogramm ausläuft, kommt für mich nicht in Frage. Ich sage das ausdrücklich auch als Finanzministerin des Landes.“ 

Hintergrund

Kindertagesstätten haben im Rahmen der frühkindlichen Bildungsarbeit den Auftrag, alle Kinder von Anfang an in ihrer Sprachentwicklung zu unterstützen. Brandenburg hat bereits im Kita-Jahr 2010/11 mit der Sprachförderung bei Kindern in Krippen und Kindergärten begonnen. Das zahlte sich aus: Der Anteil der Kinder mit Sprachförderbedarf im Land Brandenburg lag bei der ersten flächendeckenden Datenerhebung im Jahr 2010 bei 19,7 % und sank bis 2021 auf 16,1 %. Die Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der Kindheit (NUBBEK-Studie) bestätigte mit überdurchschnittlichen Ergebnissen beim Sprachverstehen und Sprachgebrauch bei Krippenkindern den Ansatz der frühkindlichen Sprachförderung. Ebenso belegen Daten des Landesgesundheitsamtes aus Einschulungsuntersuchungen die präventiven Effekte des Kita-Besuchs: So sinkt bei Kindern, die drei Jahre und länger eine Kita besuchen, der Anteil mit Sprach- und Bewegungsauffälligkeiten im Vergleich zu Kindern ohne oder mit verkürzter Kindertagesbetreuung.

 
 

Für Sie im Landtag

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