SPD und CDU setzen sich für Ostbahn ein

Veröffentlicht am 27.08.2026 in Verkehr

Die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU im Landtag Brandenburg bringen einen gemeinsamen Antrag zum Ausbau der Ostbahn als deutsch-polnische Zukunftsachse ein. Sie fordern einen vollständigen zweigleisigen Ausbau und die durchgehende Elektrifizierung der Strecke zwischen Berlin und der deutsch-polnischen Grenze. Die Strecke (RB 26) ist auf deutscher Seite nicht elektrifiziert und teilweise eingleisig.

Konkret verlangen die Fraktionen von der Landesregierung, sich dafür einzusetzen, dass die Ostbahn als vorrangiger Bedarf in die Bundesverkehrswegeplanung aufgenommen wird. Dazu seien verkehrlichen und gesamtwirtschaftlichen Bewertungsgrundlagen zu überarbeiten. Die Strecke sei als Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) aufzunehmen und als europäischer Korridor für militärische Mobilität vorzuschlagen, um EU-Fördermittel in Anspruch zu nehmen.

Den RE 26 betreibt die Niederbarnimer Eisenbahn: Zwischen Berlin Ostkreuz und Müncheberg fährt sie im Halbstundentakt. Die Strecke ist nicht elektrifiziert und teilweise eingleisig. Nach einem Ausbau könnte auf der gesamten Strecke ein Halbstundentakt gefahren und die Fahrzeit um 20 Minuten reduziert werden.

Preußische Ostbahn
Königlich Preußische Ostbahn - kurz Ostbahn - war einst die 740 Kilometer lange Eisenbahnverbindung von Berlin über Königsberg bis Eydtkuhnen an der Grenze zum Russischen Kaiserreich. Nach 1945 demontierten die Sowjets auf der Strecke zwischen Berlin und Küstrin das zweite Gleis. In der DDR spielte die Ostbahn wirtschaftliche eine untergeordnete Rolle.

Entlastung für die Strecke Berlin – Frankfurt/Oder

Für die Menschen in Brandenburg sei die Ostbahn eine zentrale Lebensader zwischen Berlin und Polen, so Martina Maxi Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Mit dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung wird der stark frequentierte Berlin–Frankfurt (Oder)-Korridor entlastet, die Mobilität im ländlichen Raum verbessert und der Güterverkehr mit dieser wichtigen Ost-Westverbindung gestärkt. Deshalb ist es jetzt unerlässlich, dass sie im Bundesverkehrswegeplan als vorrangiger Bedarf eingestuft wird.“

Nicole Walter-Mundt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, betont: „Brandenburg und Polen wachsen wirtschaftlich immer enger zusammen. Unsere Infrastruktur muss mit dieser Entwicklung Schritt halten. Gerade für die vielen Pendlerinnen und Pendler ist eine leistungsfähige und verlässliche Ostbahn von großer Bedeutung. Gleichzeitig stärkt sie den Wirtschaftsstandort, verbessert den grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr und eröffnet neue europäische Fördermöglichkeiten. Eine moderne Schienenverbindung erhöht auch unsere Handlungsfähigkeit in Krisenlagen. Der Ausbau ist deshalb eine wichtige Investition in die Zukunft und Widerstandsfähigkeit Brandenburgs.“

 
 

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