Kindergesundheit: Eltern müssen Angebote nutzen !

Veröffentlicht am 30.01.2007 in Landespolitik

Potsdam – Dr. Martina Münch, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, hält eine stärkere vorsorgende Gesundheits- und Sozialpolitik für dringend erforderlich, „damit alle Brandenburger Kinder gesund aufwachsen können“. Auf dem ´Kindergesundheitsgipfel` wies sie heute auf die besondere gesundheitliche Gefährdung von Kindern aus sozial schwachen Haushalten hin. Besonders schwierig sei die Situation für Allenerziehende, so die familienpolitische Sprecherin Elisabeth Alter.

Etwa jedes vierte Kind bis 15 Jahren lebt in Familien, die staatliche Unterstützung benötigt. Münch: „Viele Eltern dieser Kinder vernachlässigen die Vorsorge“. So machen nur 47 % von ihnen die kostenfreien U 1 bis U 7 -Untersuchungen zur Frühdiagnostik. Bei Kindern mit hohem Sozialstatus liegt die Quote bei 71 %.

Martina Münch: „Der vorsorgende Sozialstaat soll helfen, Probleme zu vermeiden. Dafür brauchen wir Gesundheitsnetze: Dazu gehören Untersuchungen in der Kita, z. B. zu Sprachstand, wie wir sie gesetzlich festgelegt haben. Dazu gehören Netze für junge Familien, wie wir sie z. B. in Lauchhammer, Eberswalde und Nauen aufgebaut haben. Schritte gegen den Mangel an Kinderärzten vor allem in ländlichen Gebieten sind notwendig. Deshalb müssen ambulante und stationäre Versorgung verknüpft werden, Kinderheilkunde und Geburtshilfe müssen eng kooperieren und auf die Qualität geachtet werden. Sinnvoll wäre auch eine ´Gemeindeschwester für Kinder`.“

Elisabeth Alter, familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, erachtet konkrete lokale Projekte für notwendig. In ihrem Wahlkreis Fürstenwalde arbeitet sie dafür mit vier Schulen zusammen. Alter: „Nicht die großen Reden sind entscheidend – es kommt allein darauf an, was vor Ort geschieht. Ohne gute Strukturen für Familien und ein familienfreundliches Lebensumfeld gibt es keine Zukunftschance. Die Gesellschaft wird brüchig, wenn es zuwenig Kinder gibt.“

Zugleich wies sie die Kritik der PDS an der Familienpolitik des Landes zurück. Alter: „Es gab noch nie so viele Aktivitäten für Familien wie heute – allein das Aktionspaket des Landes umfasst 67 Maßnahmen. Der Etat für Familienmaßnahmen wurde um eine Millionen Euro erhöht. Mit ihrer ewigen Nörgelei demotiviert die PDS viele Menschen, die sich für Kinder und Familie einsetzen. Dennoch: Uns ist bewusst, dass es noch viele Baustellen gibt, die wir bearbeiten müssen – und das werden wir tun“.

 
 

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