Bärbel Bas ist dafür: Auch Beamte, Abgeordnete und Selbständige sollen in die Rentenversicherung einzahlen. Die Forderung ist nicht neu, in der frisch gebackenen Koalition von Union und Sozialdemokraten ist die Fordernung vermerkt und mit viel Sprengstoff beladen. Es geht um sich leerende Rentenkassen, dem Abbau von Privilegien und schließlich Wählerstimmen. Weder Forderung noch Debatte sind neu, noch die Position der Diskutanten.
Die Koalition von Union und SPD hat sich vorgenommen, das heutige Rentenniveau bis zum Jahre 2031 abzusichern. Arbeitsministerin Bärbel Bas überlegt jetzt, wie die Einnahmen der Rentenversicherung verbessert werden können – und erwägt einen großen Schritt. Einer davon ist die Abschaffung der separat finanzierten Beamten-Pension und deren Überführung in die allgemeine Rentenkasse. Auch Selbständige und Parlamentarier sollen dann einzahlen. Auch wenn für die deutsche Sichtweise ungewohnt, stellt sich die Frage: Wie sieht es bei unseren europäischen Nachbarn aus. Die Frage lautete
In welchen europäischen Staaten zahlen Beamte (Staatsbedienstete) bereits
in die allgemeine (öffentliche) Rentenkasse ein?
In Europa gibt es verschiedene Modelle, wie die Altersvorsorge für Beamte geregelt ist. Einige Staaten lassen ihre Beamten in die allgemeine gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, während andere spezielle Pensionssysteme ausschließlich für Beamte unterhalten.
Hier ist eine Übersicht (Stand: ca. 2023/24), in welchen europäischen Staaten Beamte in die allgemeine gesetzliche Rentenkasse einzahlen:
Beamte zahlen in Rentenversicherung ein
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Niederlande
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Schweden
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Dänemark
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Norwegen
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Island
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Estland, Lettland, Litauen
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Slowenien
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Tschechien (teilweise)
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Slowakei
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Finnland
Pensionssysteme für Beamte (oft steuerfinanziert, beitragsfrei)
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Deutschland
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Beamte erhalten eine staatliche Pension, die nicht beitragsfinanziert ist. Sie zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein (Ausnahme: angestellte Lehrer, etc.). Im Jahr 2023 beliefen sich die Ausgaben des deutschen Staates für Pensionen, Hinterbliebenenversorgung und Beihilfen nach vorläufigen Angaben auf rund 85,9 Milliarden Euro.
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Frankreich
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Österreich
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Belgien
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Luxemburg
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Italien
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Spanien
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Portugal
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Griechenland
Wohin die Richtung geht
Die Tendenz in Europa geht klar zur Integration der Beamten in allgemeine Rentensysteme, wie in Skandinavien, den Niederlanden und dem Baltikum. In Ländern wie Deutschland, Frankreich und Österreich bestehen hingegen noch traditionelle beamtenrechtliche Versorgungssysteme, oft mit höheren Leistungen, die nicht beitragsfinanziert sind. (Quelle ChatGPT Stand 2023/24/guhl)