Frank Steffen: „Wir werden daraus lernen müssen“

Veröffentlicht am 06.04.2020 in Gesundheit

Sie werden beklatscht, die sozialen Netzwerke quellen über vor Lob für Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern, Seniorenheimen, ambulanten Pflegediensten und sozialen Einrichtungen. Diese freuen sich über die Zuneigung und Anerkennung für ihre Arbeit und weisen berechtigt auf die niedrigen Einkommen hin. Gedanken von Frank Steffen!

„Das muss sich ändern!“ erschallt es allerorten. Und das ist auch gut so! Wertschätzung drückt sich auch durch gute Bezahlung aus. Wird diese Stimmung auch Anhalten, wenn wir auf die Corona-Zeit zurückschauen, wenn wieder der Alltag einzieht?

Sie muss anhalten und es muss ernst gemacht werden mit den berechtigten Forderungen der Beschäftigten. Aber es reicht nicht aus, dann auf die Verantwortung der Tarifparteien hinzuweisen. Da reicht auch keine Prämie!

Es bedarf eines gesellschaftlichen Konsenses, dass über höhere Beiträge zur Pflegeversicherung mehr Geld für die Bezahlung der Beschäftigten zur Verfügung steht. Bliebe es bei den Lippenbekenntnissen, wäre der Applaus der Gutmeinenden überflüssig. Und die nächste Pandemie kommt bestimmt.

Ist es nicht so, dass das Gesundheitswesen in Deutschland nach der Corona Krise generell überprüft werden sollte? Es haben sich bestimmt Schwachpunkte gezeigt. Welche Auswirkungen hatte die Privatisierung der Klinken, der Sparkurs und die Priorität auf angebliche Wirtschaftlichkeit? Aus den Nachbesprechungen und Einsatzkritiken auf allen Ebenen sollten die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Wir werden daraus lernen müssen!

Hinzukommt, dass Ärzte Schwestern und Pfleger beim Ausbrechen einer Pandemie Risiken ausgesetzt sind, die sich wahrscheinlich vermeiden oder zumindest eingrenzen lassen. Etwa 3000 von ihnen sind erkrankt. Weiterhin sollten die Verantwortlichen überprüfen, ob neue Techniken und Methoden im Gesundheitssystem möglich sind. Da gehört zum Beispiel auch der Einsatz von Robotern. Siehe Japan. Es gibt viel zu tun...

 
 

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