Wir Europäer schauen fassungslos zu, was gegenwärtig einen Vereinigten Staaten geschieht. Unser Vorbild für Freiheit und Demokratie versinkt im Sumpf des Faschismus. Donald Trump, gewählter Präsident der Vereinigten Staaten führt das Land in ein autokratisch geführtes Staatsgebilde. Menschen werden auf offener Straße abgeführt und deportiert, außer Landes gebracht. Unliebsame Institutionen geschlossen, die Mitarbeiter gefeuert. Lest die Ausschnitte aus einem Dialog zwischen einem Amerikaner und einem Europäer, den beide dieser Tage führten. Aufgezeichnet von Hajo Guhl
Die Stimme aus den USA
„We must stop calling Marco Rubio a moderate. During his meeting with Bukele in the Oval Office, he described the kidnapping and disappearance of innocent Americans as an executive measure of foreign policy and thus an executive privilege of the president. This is where dictatorship begins.
Übersetzung: Wir müssen aufhören, (US-Aßenminister) Marco Rubio einen Moderaten zu nennen. Während seines Treffens mit Bukele im Oval Office bezeichnete er die Entführung und das Verschwindenlassen unschuldiger US-Bürger als exekutive Maßnahme der Außenpolitik – und somit als exekutives Vorrecht des Präsidenten. Genau hier beginnt die Diktatur.
Stimme aus Deutschland:
This is exactly the path to fascism — whether friendly or brutal. The self-appointed “Führer” or “Duce” place themselves above the law and send the “inferior” or the “unwelcome” into exile, prisons, or concentration camps.
Let’s hope the democratic and freedom-loving American will not stand for this.
May Europe be stable enough not to follow the path into fascism. I remain (still) optimistic on that front...
Übersetzung: Das ist genau der Weg in den Faschismus. Ob nun freundlich oder brutal. Die selbst auserwählten „Führer“ oder „Duce“ stellen sich über das Gesetz und schicken „Minderwertige“ oder „Unwillkommene“ in die Verbannung, Gefängnisse oder ins Konzentrationslager.
Hoffentlich lässt sich der demokratische und freie US-Amerikaner das nicht gefallen. Möge Europa so stabil sein, dass wir dem Weg in den Faschismus nicht folgen. Bei letzterem bin ich (noch) optimistisch…
Bronzetafel an der Freiheitsstatue
„Give me your tired, your poor,
Your huddled masses yearning to breathe free,
The wretched refuse of your teeming shore.
Send these, the homeless, tempest-tost to me,
I lift my lamp beside the golden door!“
„Gebt mir eure Müden, eure Armen,
Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren,
Den elenden Abschaum eurer überfüllten Küsten.
Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturm Getriebenen,
Ich erhebe meine Fackel neben der goldenen Tür!“
Stimme aus den USA:
"If we're going for going to mobilize, it's going to be the most prominent, the most well-endowed, the most privileged and protected of us in civil society who have to take the lead," Professor und Diktatur-Forscher Levitsky said.'
https://www.latimes.com/world-nation/story/2025-04-16/harvard-professor-dictatorships-trump
Übersetzung: „Wenn wir mobilisieren wollen, dann müssen die Prominentesten, die Bestausgestatteten, die Privilegiertesten und am besten Geschützten unter uns in der Zivilgesellschaft die Führung übernehmen“, sagte Levitsky.
Stimme aus Europa:
"The senators of the Roman Republic once resisted when a Caesar tried to seize power in the empire. But they accepted his successor, Emperor Augustus! Because they were allowed to keep their privileges!
The French Revolution was initiated by members of the bourgeois (Third) Estate (less protected and privileged). They sent the nobility to the scaffold and sidelined the Church.
They were followed by an imperial ruler named Napoleon, who aimed to become the master of Europe.
We know how the path to fascism begins. There are plenty of examples. Unfortunately, there are few showing how to prevent it. Just look at 20th-century Europe...
For the United States, I still hold hope that judges at all levels are (still) capable of reining in the White House. And that the executive branches – FBI, federal and state police, and the National Guard – will refuse to pave the way to fascism.
The people, of course, must not stand idly by…"
Übersetzung: "Die Senatoren der Römischen Republik haben sich einst gewehrt, als ein Caesar die Macht im Reich übernehmen wollte. Seinen Nachfolger, Kaiser Augustus haben die Privilegierten und Edlen dagegen akzeptiert! Denn sie durften ihre Vorrechte behalten!
Die Französische Revolution haben Angehörige des Bürgerlichen (Dritten) Standes (weniger geschützt und privilegiert) in den Wege geleitet. Haben dafür den Adel aufs Schafott gebracht. Und die Kirche kaltgestellt. Ihnen folgte ein kaiserlicher Imperator namens Napoleon, der Herrscher Europas werden wollte.
Wir wissen, wie der Weg in den Faschismus führt. Es gibt ja genug Beispiele. Aber leider wenige, wie man das verhindert. Siehe 20. Jahrhundert in Europa...
Für die USA habe ich die Hoffnung, dass Richter auf allen Ebenen (noch) in der Lage sind, das Weiße Haus in die Schranken zu weisen. Und die Exekutive - FBI, Bundespolizei, Landespolizei sowie die Nationalgarde sich weigern den Weg in den Faschismus zu bereiten.
Das Volk darf dabei natürlich nicht zuschauen..."