Frauenrechte: Rückschritte durch Pandemie?

Veröffentlicht am 07.03.2021 in Allgemein

Die Entstehung des Frauentags (1909 in den USA und 1911 in Deutschland) ist eng verknüpft mit dem Kampf um das Frauenwahlrecht – von der Sozialdemokratie schon vor 1900 gefordert – und der Gleichstellung von Frauen. Wie sieht es heute aus? Eine Betrachtung von Mathias Papendieck

Wenn wir den Frauentag begehen, sollte nicht im Vordergrund stehen, Frauen zu gratulieren oder ihnen etwas zu schenken, sondern wir sollten uns mit der Situation von Frauen in der Gesellschaft beschäftigen und Wege diskutieren, die immer noch bestehenden Ungleichheiten zu beenden.

Ein Jahr Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass Frauen gerade in der Krise ein Rückschritt in längst überwunden geglaubte Rollenmuster droht und dass die Geschlechterungleichheit wieder zunimmt. Frauen übernehmen immer noch viel mehr Verantwortung in der Familie und Kindererziehung. Sie müssen dafür ihre Arbeitszeit reduzieren oder mit erheblichen Zusatzbelastungen klarkommen. Hier gilt es einen Rückschritt in den Geschlechterrollen zu verhindern.

Der Kampf gegen die Ungleichheit wird auch dadurch erschwert, dass immer noch zu wenig Frauen in Führungspositionen aufsteigen. Unsere Bundesregierung hat die Wirtschaft verpflichtet, hier umzulenken. Die Parteien sollten den Gleichheitsgrundsatz aber nicht nur fordern, sondern auch selbst leben, zum Beispiel, wenn es darum geht, die Landeslisten für Wahlen paritätisch zu besetzen.

In der Pandemie sind überdurchschnittlich viele Frauen von Freistellung, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit betroffen da sie häufig in den besonders krisenanfälligen Branchen arbeiten. Andererseits sind viele Frauen auch in den systemrelevanten Berufen beschäftigt, allerdings oft zu niedrigen Löhnen. Das hat auch Auswirkungen auf die Rente.

Die Politik muss hier gegensteuern. Sie kann z. B. Anreize für mehr Tarifbindung schaffen, was nachweislich zu besseren Arbeitsbindungen und zu gleichem Lohn für gleiche Arbeit führt.

Wir Männer müssen an der Seite der Frauen konsequent für eine wirkliche Gleichstellung eintreten; 365 Tage im Jahr.

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