Verkehr: Strom oder nicht Strom, das ist die Frage

Veröffentlicht am 08.08.2019 in Umwelt

Zu viele Staus in den Städten, zu schlechte Luft, zu geringe Lebensqualität - die Verkehrswende ist aus Sicht vieler Menschen in Deutschland dringend notwendig. Um die CO2-Emissionen zu senken und die im Pariser Klimaabkommen gesetzten Ziele zu erreichen, müssen die entscheidenden Schritte nach Einschätzung von Experten auch im Verkehrsbereich jetzt eingeleitet werden“, so lautete der Einstieg in das Thema bei tagesschau.de. Über Staus, schlechte Luft und fehlende Radwege in Städten ärgern sich viele. Eine echte Verkehrswende müsste zulasten der Autofahrer gehen. Diesen Schritt scheuten viele Politiker.

Doch stimmt das so? Erst einmal eine unvollständige Bestandsaufnahme! Denn die Technologien entwickeln sich fast sprunghaft. Denn was heute als ideale Lösung angesehen wird, landet schon morgen in einer Sackgasse. Die Politik sollte sich also davor hüten allzu enge Vorschriften zu diktieren. Allerdings kann sie die Richtung vorgeben und Fehlentwicklungen verhindern. Notiert und kommentiert von Hajo Guhl.

Wo bieten sich nun echte Alternativen an? Die Rezepte scheinen einfach. Weniger Autos in den Ballungsgebieten und den Metropolen. Raus aus dem Auto – rauf aufs Fahrrad. Elektrofahrzeuge statt Otto- oder Dieselmotoren. Flüge vermeiden und auf die Öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen umsteigen. Das liest sich zuerst recht plausibel, doch es hakt überall, wenn man einmal genauer hinschaut.

Beginnen wir – in Deutschland unüblich – mit den positiven Aspekten!

  • Das Fahrrad mit dem Elektromotor (genannt Pedelec und mit Geschwindigkeiten bis 25 km/ h) ist kein Spielzeug und vor allem keine Eintagsfliege: 980.000 mal im Jahr 2018 verkauft. Das einhellige Urteil der Experten laut: Das E-Bike ist gesund.
    Der Auftrag an die Politik lautet daher: Schafft in den Städten Platz für Fahrräder mit und ohne Motor.
    Radschnellwege für Berlin und sein Umland sind dringend notwendig.

  • Die Metropolregion Berlin hat eine gute Infrastruktur, was die Öffentlichen betrifft: Die Hinterlassenschaft aus dem Kaiserreich und der Weimarer Republik mit ihren Bahnstrecken ist eine gute Grundlage für U- und S-Bahnen. Schienen und Bahnhöfe wurden allerdings Jahrzehnte auf Verschleiß gefahren. Strecken liegen noch brach, zum Beispiel ein zweites Gleis nach Potsdam. Der Nachholbedarf ist immens und die Elektronisierung wird noch viel Zeit und Geld kosten.

  • Autonome Busse und Rufbusse: Modellversuche und Testfahrten laufen bereits in Brandenburg, genauer gesagt vom VVB im Landkreis Teltow-Fläming. In Wusterhausen, Landkreis Ostprignitz-Ruppin startete der Probebetrieb mit einem fahrerlosen Elektro-Kleinbus. Bis Juni 2020 soll das Streckennetz schrittweise ausgebaut werden. Wie sich diese Busse tatsächlich durchsetzen und in welchen Regionen ist offen. Was für sie spricht: Langfristig gibt es nicht genügend Fahrer*innen, die den Öffentlichen Nahverkehr überhaupt am Laufen halten. Die BVG sucht jetzt schon händeringend Chauffeure (Deutsche finden sich übrigens schon gar nicht).

  • Das heissgeliebte Auto: Verabschieden wir uns doch einfach von unserer heiß geliebten Familienkutsche. Ohne auf sie zu verzichten! Doch das Auto wird immer schwerer. Die Golfklasse wiegt heute rund 1400 Kilo aufwärts, SUV schaffen es auf über zwei Tonnen. Mit Akkus kommen noch einmal locker, je nach Ausstattung bis zu 500 Kilo dazu. In der Stadt braucht das kein Mensch. Diese Muskelpakete aus Blech passen auf keinen Standard-Parkplatz und verstopfen die Straßen. Dabei hatte es mit dem Smart schon einmal so gut angefangen, was die Größe betrifft. Der steigt jetzt auf Akkus um, begleitet vom Aachener e-go-live. Beides sind reine Stadtautos. Wer mit der Familien in den Urlaub möchte, nimmt einem Leihwagen oder fährt mit dem Zug. Wer genau rechnet, kommt dabei sogar billiger weg.

  • Der Umstieg von Diesel auf Elektro könnte beim Lieferverkehr in den Städten dagegen klappen. Die Post betreibt schon ihre Street-Scooter und bietet sie auch an. Handwerker und Dienstleister legen in den Städten mit ihren Transportern kaum 100 Kilometer pro Tag zurück. Über Nacht kann auf dem Betriebshof getankt werden. Mit Strom versteht sich.

  • Wasserstoffantrieb: Seit einem halben Jahr pendelt der Coradia iLint auf einer Nahverkehrsstrecke durch den Norden Deutschlands, zwischen Buxtehude und Cuxhaven. An der Endstation gibt es eine Tankstelle für den Wasserstoff. Brennstoffzellen auf dem Dach des Zuges erzeugen Strom für die Elektromotoren, der Rest ist Wasserdampf…

Der Haken an der Sache oder die Kehrseite der Medaille

Die Geschichte der Mobilität hat uns eines gelehrt: Je besser die Verkehrsverbindungen werden, desto mehr Menschen benutzen sie auch! Das erlebte Berlin in den Zwanziger Jahren. Mit der Einführung der S-Bahn im Münchner Großraum Anfang 1970er wuchs die Zahl der Pendler stetig. Der Individualverkehr nahm im gleichen Maße zu. Die erhoffte „Verkehrsberuhigung“ blieb wie auch in anderen Regionen aus.

Der typische Berufspendler fährt mit dem Auto zur Arbeit. Im Ländlichen Raum sind es mehr als 70 Prozent. In den Metropolregionen kommt hingegen schon jeder Zweite mit dem ÖPNV, per Fahrrad oder zu Fuß.

Belohnungen wie vergünstigte Monats- oder gar Jahreskarten hatten langfristig wenig Einfluss auf den Autoverkehr. Zum Beispiel Firmen-Tickets für Mitarbeiter. So sinnvoll ein 365-Euro-Ticket für den Berliner Raum auch sein mag, es ist nicht zu Ende gedacht.

Akkus, hergestellt mit seltenen Erden wie Lithium, sind teuer und vor allem kein sauberer Rohstoff. Batterien haben eine geringere Energiedichte als ein voller Benzintank. Stromer werden kaum die Reichweite von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen erreichen. Für Fahrzeuge, die im ländlichen Raum unterwegs sind, ist das ein Problem.

Die Energie, sei es Strom oder als Zwischenträger der Wasserstoff, ist nur klimaneutral, wenn es aus Solar-Parks oder Windkraft-Anlagen stammt. Kommt es aus Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen Energie erzeugen, werden die Abgase aus dem Auspuff eines Autos nur zum Schornstein am E-Werk umgeleitet.

 
 

Abgeordnete im Landtag

Ludwig Scheetz

Wahlkreis 27: Dahme-Spreewald II/ Oder-Spree I

Jörg Vogelsänger

Wahlkreis 31: Märkisch-Oderland I/ Oder-Spree IV

Corona: Adressen, Telefone & Vorschriften

Unterbrechen Sie die Infektionsketten!

Aktuelle Lage COVID-19 Lage im Land Brandenburg. Gebote und Verbote (nach rbb). Bitte beachten Sie die aktuellen Warungen des Bundes. Auch bei den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes  gibt es immer wieder Aktualisierungen. Was tun bei Rückreise aus einem Risikogebiet? Ein gute Übersicht über Reisen im Lande und International bietet auch der ADAC. Installieren Sie die Corona Warn App auf ihr Smartphone.

Die Notbremse

Bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen soll es regional wieder Beschränkungen geben. Bisher liegen alle Kreise und kreisfreien Städte in Brandenburg darunter, im Landesschnitt liegt der Wert bei 7,5. Der Landkreis Oder-Spree hatte insgesamt 126 Corona-Erkrankte und in den vergangenen sieben Tagen: 2,80 neue Fälle pro 100.000 Einwohner (7.Mai).

Was tun bei COVID-19

Erkrankt? Setzen Sie sich nicht in das Wartezimmer Ihres Arztes. Gehen Sie nicht zur Notaufnahme! Rufen Sie an! Oder informieren Sie das Gesundheitsamt, das für Sie zuständig ist. Ärztlicher Bereitschaftsdienst (ohne Vorwahl): 116 117

Auskünfte des Landes

Das Bürgertelefon der Landesregierung: 0331 866-5050 montags bis freitags von 9:00 bis 19:00 Uhr. Keine medizinische und rechtliche Beratung zum Coronavirus.
Gesundheitsministerium: Einschränkungen im Land und alle weiteren Informationen
Für Fragen und Anliegen: buergeranfragen-corona@brandenburg.de
Antworten auf häufig gestellte Fragen: www.corona.brandenburg.de.

Infos von Bund und Wissenschaft

Bundesgesundheitsministerium: Was muss ich beachten?
Bundesaußenministerium: Reisebeschränkungen
Robert Koch Institut: Daten und Informationen aus Erster Hand
Robert Koch Institut: Internationale Risikogebiete

Landkreis Oder-Spree

Infotelefon Landkreis Oder-Spree: (03366) 35-2002
Infotelefon Helios-Klinikum: (0800) 8 123 456
Beachten Sie auch das Internet des Landkreises Oder-Spree oder Ihrer Gemeinden
Fährt mein Bus, meine Bahn: Prüfen Sie den Fahrplan des VBB!

COVID-19: Aktueller Stand

Robert Koch Institut (RKI): Deutschland
Wikipedia: Pandemie - ein großer Überblick
Hopkins Universität: Internationale Entwicklung

Weitere Telefonnummern

Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22
Übersicht Bürgertelefone der Landkreise und kreisfreien Städte: https://kkm.brandenburg.de/kkm/de/start/hotlines/
Hilfetelefon für Menschen mit Demenz und deren Angehörige: 0331 27346111
Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222 oder 116 123
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016
Hilfetelefon für Kinder und Jugendlichen: 116 111

Newsticker

24.09.2020 14:34 Bernhard Daldrup zum Baukindergeld
Fristverlängerung für Baukindergeld hilft bauwilligen Familien Die Bundesregierung plant, den Förderzeitraum für das Baukindergeld um weitere drei Monate bis zum 31. März 2021 zu verlängern. Damit entspricht das Kabinett der Forderung der SPD-Bundestagsfraktion, die eine Verlängerung zur Überbrückung coronabedingter Verzögerungen angeregt hat. Die Verlängerung ermöglicht bauwilligen Familien größere Planungssicherheit und Klarheit. „Viele Familien hatten wegen coronabedingter Verzögerungen

20.09.2020 16:31 Startschuss zur Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie
Heute ist Welt-Alzheimertag. SPD-Fraktionsvizin Bärbel Bas hält es für ein wichtiges Signal, dass in dieser Woche die Umsetzung der Nationalen Demenstrategie beginnt. „Es ist ein wichtiges Signal, dass in dieser Woche der Startschuss zur Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie fällt. Damit sollen 162 konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, um das Leben für die Demenzkranken lebenswerter zu gestalten.

Ein Service von websozis.info

Besucher:670340
Heute:98
Online:9

SPD Brandenburg online